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Die weißbeerige Mistel (Viscum album L.) ist ein „Aristokrat“ unter den europäischen Blütenpflanzen.

Sie distanziert sich unmissverständlich von allem Irdischen, indem sie einen Baum als Wuchsort auswählt und den Erdboden meidet, keine Wurzeln hat, in ihrer Gestalt kein Oben und Unten kennt und daher Kugelbüsche bildet.

Die Mistel blüht und fruchtet in der Winterzeit, wenn das typische Pflanzenleben sich als Samen und Knollen in die Erde zurück zieht. Ihre Samen berühren die Erde nicht, sondern werden von Vögeln verbreitet.

In der Bildung der Pflanzengestalt hält die Mistel sich weitgehend zurück.
Die Blätter bleiben in ihrer Form einfach und keimhaft und ihre Blüten sind undifferenziert und unscheinbar. Ihre Früchte sind keine wirklichen Beeren, sondern verwandelte Stängel (Scheinbeeren). Als immergrüne Dauerpflanze verholzt sie nicht.